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Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

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ADHS wird oft auch als Zappelphilipp-Syndrom bezeichnet.
ADHS wird oft auch als Zappelphilipp-Syndrom bezeichnet.
Mit dem Begriff Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) beschreiben Mediziner besonders starke Aufmerksamkeitsstörungen. Die Beschwerden treten vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter auf und werden oft auch als Zappelphilipp-Syndrom bezeichnet.


Inhaltsverzeichnis

Mögliche Ursachen

  • Gestörte Signalübermittlung im Gehirn

Nach neuesten Forschungsergebnissen ist die Ursache für ADHS eine gestörte Signalübermittlung im Gehirn. Man hat bei ADHS-Betroffenen bestimmte Veränderungen im Gehirn-Stoffwechsel festgestellt. So scheinen die verantwortlichen Überträgerstoffe, vor allem das Dopamin, im Bereich der Schaltstellen von Hirnzellen Synapsen nicht optimal zu wirken.

Moderne Untersuchungsmethoden, wie die PET (Positronen-Emissions-Tomographie) des Gehirns haben gezeigt, dass diese Funktionsstörungen vor allem in denjenigen Gehirnabschnitten vorkommen, die für die Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmung, also für die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen und Sinneseindrücken verantwortlich sind. Mit PET-Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass diese Hirnareale weniger Sauerstoff und Glukose verbrauchen als die von gesunden Kindern. Forscher fanden bei ADHS-Patienten den Hirnvorderlappen,das Frontalhirn, überdies verkleinert.

  • Die Gene

Mindestens die Hälfte aller ADHS-Fälle soll genetisch bedingt sein. Nicht selten sind Geschwister, Eltern oder andere Verwandte ebenfalls an ADHS erkrankt, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß. Vermutlich sind mehrere Gene, nicht nur eines, an der Krankheitsentstehung beteiligt.

Das Lebensumfeld, in dem die betroffenen Kinder aufwachsen, kann bestehende Erbanlagen verstärken oder abschwächen. Diskutiert wird zum Beispiel, ob ein bestimmtes Fehlverhalten der Eltern oder der sozialen Umgebung zu einer Fehlentwicklung der entsprechenden Hirnareale führen kann. Einen wichtigen Einfluss auf die Krankheitsentstehung haben Faktoren während der Schwangerschaft, vor allem Zigarettenrauchen, Stress und Alkohol.

  • Andere Ursachen

Die früher verantwortlich gemachte perinatale Hirnschädigung, ausgelöst durch einen Sauerstoffmangel bei der Geburt, ist nur selten die Ursache. Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten können eine bestehende motorische Hyperaktivität verschlimmern, sind aber nicht die hauptsächliche Ursache.

Die Symptome

ADHS-Patienten besitzen häufig eine ausgeprägte künstlerische Kreativität. Sie unterscheiden sich von anderen durch ihren Ideenreichtum und ihre Intelligenz. Meist sind sie überdies begeisterungsfähig, sehr hilfsbereit und gerecht.

ADHS-typisch sind aber auch eine Konzentrationsschwäche und Impulsivität - mit oder ohne deutliche Überaktivität - sowie einige begleitende Symptome (gesteigerte Reizbarkeit, Mißlaunigkeit oder Depression, Vergesslichkeit, Angst und so weiter).

  • Bei Säuglingen kann sich die ADHS bereits durch unerklärlich lange Schreiphasen, die Ablehnung von Körperkontakten und auffällige Schlafprobleme bemerkbar machen.
  • Kleinkinder sind meist hyperaktiv und unberechenbar in ihrer Handlung und ihrem Verhalten. Es fällt ihnen schwer, beständige Freundschaften aufzubauen.
  • Im Grundschulalter wird die Aufmerksamkeitsstörung sehr offensichtlich: ADHS-Kinder sind wenig aufnahmefähig, zeigen eine Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche, sie stören den Unterricht, sind emotional instabil, ungeschickt und mitunter aggressiv.
  • Beginnt die Pubertät, können ADHS-Patienten sehr trotzig , ängstlich, depressiv oder aggressiv werden. Ihnen macht häufig das mangelnde Selbstbewusstsein zu schaffen und sie neigen dazu, sich mit Drogen Zugang zu "neuen" Wahrnehmungen zu verschaffen.
  • Erwachsene mit ADHS-Syndrom haben Mühe, Aufgaben zu organisieren und zu Ende zu bringen. Sie können von Ängsten, Vergesslichkeit, Unbeständigkeit und Depressionen geplagt werden. Häufig suchen sie Zuflucht in Alkohol und anderen Drogen.

Die Diagnose

Die Diagnose erschließt sich dem Arzt schon aus der Betrachtung und Befragung des Patienten. Gewissheit erlangt er über die Zusatzinformationen wichtiger Vertrauenspersonen (Eltern, Lehrer), über die körperliche Untersuchung und neuropsychologische Tests.


Behandlungsmöglichkeiten

Nicht jede Aufmerksamkeitsstörung muss gleich und unbedingt behandelt werden. Wichtig ist es, sich mit den behandelnden Ärzten/Kinderärzten und Psychologen eingehend über die Schwere und das Ausmaß der Störung zu beraten. Eine Behandlung soll spätestens dann begonnen werden, wenn die ADHS zu krankheitswertigen psychischen und sozialen Beeinträchtigungen führt. Einen genauen Zeitpunkt für den Therapiebeginn gibt es nicht. Er richtet sich immer nach der Symptomatik des einzelnen Patienten.

Empfohlen wird zudem immer ein multimodale Therapie, das heißt eine individuell ausgewogene Kombination aus den verschiedenen Möglichkeiten, also

  • Aufklärung über die Krankheit und Beratung des Betroffenen, seiner Familie und des Erziehers oder Klassenlehrers
  • Elterntraining
  • erhaltenstherapie, bei der neue Verhaltensstrategien erlernt werden sollen und Strukturen sowie Grenzen festgelegt werden
  • Psychotherapie, v.a. bei begleitender Symptomatik wie Angststörung, Abhängigkeit oder Depression
  • Medikamentöse Therapie
  • zusätzlich regelmäßige sportliche Aktivitäten in Jugendgruppen (Reiten, Klettern, Judo...)

Als viel versprechend hat sich das so genannte Kombinationstraining erwiesen. Dabei beteiligen sich Eltern, Lehrer und die betroffenen Kinder gleichermaßen an den Aktivitäten. Ganz besonders werden regelmäßige und verlässliche Tagesabläufe einstudiert.

Das Ziel einer ADHS-Therapie ist es, die Symptome wie die Unaufmerksamkeit, die Hyperaktivität und die Impulsivität in den Griff zu bekommen. Eine Behandlung soll dem Patienten ermöglichen, sozial integriert zu sein, seiner Begabung entsprechend eine Ausbildung zu beendigen und ein genügend stabiles Selbstwertgefühl aufzubauen; umgekehrt soll sie vermeiden, dass die Kinder und Jugendlichen zu Schulversagern, Außenseitern oder Drogenabhängigen werden. Eine Heilung der Stoffwechselstörung im Gehirn ist allerdings nicht möglich.

Siehe auch

Weblinks

  • Offizielle Seite des Selbsthilfeverbandes ADHS Deutschland e.V.