Ambrosia
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Ambrosia (engl. ragweed) wurde vor über 150 Jahren aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt. Während etwa Südfrankreich, Ungarn und die Schweiz intensiv betroffen sind, breitet sich Ambrosia zunehmend auch in Deutschland aus.Die gesundheitlichen Beschwerden durch die Pflanze Ambrosia dürfen nicht unterschätzt werden. "Fast jeder dritte Allergiker in Bayern reagiert mittlerweile auch auf Ambrosia-Pollen", berichtete Dr. Markus Söder, Gesundheitsminister, Ende Juni 2009 in München.
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Bayern stark betroffen
2006 wurden bereits über 1.000 Ambrosiameldungen registriert. Bayern ist eines der am stärksten betroffenen Länder. Mittlerweile sind etwa 70 große Vorkommen bekannt, unter anderem entlang der Autobahnen A8 und A3.
Studie der Uni München
Söder präsentierte 2009 eine neue Studie, die das Gesundheitsministerium 2007 an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in Auftrag gegeben hatte. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurde untersucht, welche allergische Beschwerden die Pflanze auslöst.
Im schlimmsten Fall führe eine Ambrosia-Allergie zu schweren Asthmaerkrankungen. Bei den Krankenkassen könnten dadurch jährliche Kosten in zweistelliger Millionenhöhe entstehen. "Wenn sich Ambrosia verbreitet, drohen weitere Allergieerkrankungen und Folgekosten", sagte Söder. Deshalb bekämpfe Bayern auch dieses Jahr die Pflanze.
Seit 2007 gibt es im Freistaat Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Ambrosia. Dazu wurde ein Netzwerk von Bürgern über Kreisverwaltungsbehörden bis zur Landesmeldestelle aufgebaut. Mit Hilfe der Bevölkerung konnten viele Bestände entdeckt werden. Durch die bisher erfolgreiche Prävention hat sich die Pflanze in Bayern nicht großflächig verbreitet. Allerdings sind die Zahlen leicht steigend: 2007 wurden bayernweit 60 Bestände, 2008 insgesamt 102 Vorkommen gezählt.
Starke Allergene
Ambrosiapollen sind starke Allergene. Schon wenige Pollen können auch bei Menschen Beschwerden auslösen, die bisher nicht allergisch reagiert haben. Zudem verlängert sich die saisonale Leidenszeit von Allergikern um bis zu zwei Monate, da die Pflanze bis in den Oktober blüht. Auch außerhalb der Blühphase sind Hauterkrankungen bei Berührung der Ambrosia möglich.
Allergie auslösende Pollen
Die Pollen des bis zu 2 Meter hoch wachsenden Krautes haben ein erhebliches allergisches Potential. Eine Berührung löst bei vielen Menschen starken Juckreiz und Hautrötung aus; die Pollen verursachen auch vermehrt Asthma. Zudem blüht Ambrosia erst, nachdem die meisten anderen Allergie auslösenden Pflanzen bereits verblüht sind; dadurch verlängert sich die saisonale Beschwerdezeit um mehrere Wochen. Ambrosia ist auch ein potentieller Schädling für die Landwirtschaft.
Samenproduktion verhindern
Da Ambrosia einjährig ist, ist oberstes Ziel die Verhinderung der Samenproduktion. Zur Unterstützung der Eindämmungsmaßnahmen ruft das bayerische Gesundheits-Ministerium dazu auf, alle Ambrosia-Bestände mit mehr als 100 Pflanzen bei der örtlich zuständigen Kreisverwaltungsbehörde möglichst mit Photos zu melden. Bestätigt sich der Verdacht, wird geschultes Personal den Fundort aufsuchen, den Standort digital mit GPS erfassen und Bekämpfungsmaßnahmen veranlassen.
Einzelpflanzen in den Restmüll
Einzelpflanzen und kleine Bestände im Garten sollte jeder möglichst vor der Blüte mit der Wurzel ausreißen und im Restmüll entsorgen. Um Hautreaktionen zu vermeiden, sind vorsorglich Handschuhe zu tragen. Blühende Pflanzen am besten mit Handschuhen und Mundschutz ausreißen und in einer Plastiktüte in den Restmüll geben. Allergiker sollten diese Arbeiten nicht selbst durchführen.
Siehe auch
Weblinks
Mehr Infos auf der Webseite des Miniteriums


